Virtuelle Medien effizient nutzen und automatisieren.
Die Plattform IBM i bietet seit Jahrzehnten Stabilität und Zuverlässigkeit. Gleichzeitig haben Administratoren die Systemverwaltung stark weiterentwickelt. Ein gutes Beispiel dafür sind Image-Kataloge, mit denen Administratoren optische Datenträger vollständig virtualisieren, ganz ohne physische DVDs oder Laufwerke.
Was sind Image-Kataloge auf IBM i?
Ein Image-Katalog ist ein *IMGCLG-Objekt, das eine Sammlung von Image-Dateien (z. B. ISO-Dateien) enthält, die im Integrated File System (IFS) liegen. Administratoren verwenden diese Images wie echte optische Medien: Sie legen sie ein, wechseln sie und lesen Daten daraus.
Image-Kataloge nutzen Unternehmen heute für:
- Installation von Lizenzprogrammen (LPPs)
- PTF-Einspielungen
- Software-Installationen
- Migrationen und Recovery-Szenarien
- Test- und Schulungssysteme
Vorteile von Image-Katalogen
Der Einsatz von Image-Katalogen bringt klare Vorteile:
- Kein physisches Medium erforderlich
- Schneller Zugriff auf Installationsmedien
- Ideal für Remote- und Cloud-Umgebungen
- Sehr gut automatisierbar
- Weniger Fehlerquellen als bei echten Datenträgern
Image-Kataloge technisch betrachtet
Ein Image-Katalog besteht aus:
- einem *IMGCLG-Objekt
- einem IFS-Verzeichnis mit Image-Dateien
- einem virtuellen optischen Laufwerk (z. B. OPT01)
Administratoren ordnen den Katalog einem optischen Gerät zu und nutzen ihn wie ein echtes Medium.
Automatisierung mit APIs: QVOIFIMG
Neben klassischen CL-Befehlen stellt IBM mit QVOIFIMG (Fill Image Catalog API) eine leistungsfähige API zur Verfügung. SIBM stellt mit QVOIFIMG (Fill Image Catalog API) eine leistungsfähige API bereit. Sie durchsucht ein IFS-Verzeichnis und fügt alle passenden Image-Dateien automatisch in einen Image-Katalog ein.
Diese API hilft besonders, wenn:
- viele Images verarbeitet werden müssen
- wiederkehrende Installationen automatisiert ablaufen
- Administratoren Kataloge regelmäßig neu aufbauen
Die API entfernt alte Einträge und erzeugt neue Katalog-Einträge basierend auf den Dateien im Verzeichnis.


Praxisbeispiel: Image-Katalog mit CL erstellen und befüllen
Das folgende Beispiel zeigt einen typischen CL-Workflow, wie er in der Praxis häufig eingesetzt wird.
Szenario
- Images liegen im Verzeichnis
/software/iso - Image-Katalog soll
SWCATALOGheißen - Alle Images sollen automatisch eingetragen werden
CL-Beispiel
PGM
/* Image-Katalog anlegen */
CRTIMGCLG IMGCLG(SWCATALOG) DIR('/software/iso') CRTDIR(*YES)
/* Image-Katalog automatisch befüllen */
CALL PGM(QVOIFIMG) PARM('SWCATALOG' '*ALL' X'00000000')
/* Virtuelles Laufwerk variieren */
VRYCFG CFGOBJ(OPT01) CFGTYPE(*DEV) STATUS(*ON)
/* Image-Katalog laden */
LODIMGCLG IMGCLG(SWCATALOG) DEV(OPT01)
ENDPGM
Was passiert hier?
- Der Image-Katalog wird erstellt (inkl. IFS-Verzeichnis).
- QVOIFIMG liest alle Images im Verzeichnis ein und erzeugt die Katalog-Einträge.
- Das optische Gerät wird aktiviert.
- Der Katalog wird geladen und ist sofort nutzbar.
Dieses CL-Programm eignet sich hervorragend für Automatisierung, z. B. in:
- Installationsjobs
- Upgrade-Skripten
- Testsystem-Provisionierung
Weiterbildung: EDU001 bei Power Education
Wer tiefer in IBM i einsteigen und systemnahe Themen wie Image-Kataloge, CL-Programmierung und IFS-Strukturen sicher beherrschen möchte, findet im Lehrgang EDU001 – IBM i Grundlagen und Administration von Power Education eine sehr gute Basis.
Der Kurs richtet sich an Einsteiger und angehende Administratoren und vermittelt genau das Fundament, das man für den souveränen Umgang mit Image-Katalogen und Automatisierung benötigt.
Fazit
Image-Kataloge sind ein unverzichtbares Werkzeug für moderne IBM-i-Umgebungen. In Kombination mit APIs wie QVOIFIMG und einfachen CL-Programmen lassen sich Installations- und Update-Prozesse sauber, reproduzierbar und effizient automatisieren.
