Seit Juni 2026 hat sich die Extension Landschaft für IBM i verändert
Wer Visual Studio Code für die Entwicklung auf IBM i einsetzt, sollte seine installierten Extensions überprüfen. Seit Juni 2026 wurden Änderungen veröffentlicht, die sowohl den DevOps Bereich als auch die tägliche Entwicklungsarbeit betreffen.
Die bisher eingesetzte Extension Source Orbit gehört nicht mehr zum unterstützten Funktionsumfang. Für Entwickler, die Git und DevOps einsetzen, übernimmt künftig Project Explorer die Projektverwaltung.
Gleichzeitig steht mit IBM i Filesystem eine neue Extension zur Verfügung. Sie erweitert VS Code um Verwaltungsfunktionen für das Integrated File System und reduziert den Wechsel zwischen Visual Studio Code und IBM Access Client Solutions.
Für bestehende Installationen bedeutet das nicht, dass Projekte kurzfristig angepasst werden müssen. Wer jedoch eine neue Entwicklungsumgebung einrichtet oder VS Code aktualisiert, sollte die aktuellen Extensions verwenden.
Die Änderungen wurden bereits in die Schulungen EDUVS01 – VS Code für IBM i und EDUVS02 – VS Code für IBM i für Fortgeschrittene aufgenommen. Teilnehmer arbeiten dort mit der aktuellen Extension Landschaft und lernen die neuen Funktionen anhand praktischer Übungen kennen.
Project Explorer übernimmt die Projektverwaltung
Mit dem Wegfall von Source Orbit konzentriert sich die Projektverwaltung auf Project Explorer. Die Extension organisiert alle Bestandteile einer Anwendung innerhalb eines Projektes.
Dazu gehören beispielsweise:
- RPG Quellen
- SQL Scripte
- CL Programme
- Display und Printer Dateien
- Stream Files im IFS
- Git Repository
- IBM i Verbindung
- Bibliothekslisten
Dadurch entsteht eine zentrale Projektstruktur, die insbesondere bei größeren Anwendungen für Übersicht sorgt.
Ein Beispiel aus der Praxis.
Ein Entwickler betreut gleichzeitig die Produktivversion einer Anwendung und entwickelt parallel neue Funktionen. Beide Entwicklungsstände liegen in unterschiedlichen Git Branches.
Im Project Explorer werden dafür zwei Projekte angelegt.
- ERP Produktion
- ERP Entwicklung
Jedes Projekt verwendet seine eigene IBM i Verbindung, die passende Bibliotheksliste und den entsprechenden Git Branch. Beim Wechsel zwischen beiden Projekten müssen keine Einstellungen angepasst werden. Die komplette Entwicklungsumgebung wird automatisch mit dem jeweiligen Projekt geöffnet.
Auch Entwicklungsteams profitieren davon. Alle Teammitglieder verwenden dieselbe Projektstruktur. Neue Kollegen finden sich schneller zurecht und Projektdefinitionen lassen sich einfach austauschen.
IBM i Filesystem bringt Verwaltungsfunktionen direkt nach VS Code
Die zweite Neuerung betrifft die Extension IBM i Filesystem.
Viele Entwickler öffnen während ihrer Arbeit regelmäßig IBM Access Client Solutions, um Dateien im Integrated File System zu verwalten. Genau diese Aufgaben lassen sich jetzt direkt innerhalb von VS Code erledigen.
Die Extension unterstützt unter anderem folgende Arbeiten.
- IFS Verzeichnisse durchsuchen
- Stream Files öffnen
- Dateien kopieren oder verschieben
- Verzeichnisse anlegen
- Dateien löschen
- HTML Dateien bearbeiten
- CSS und JavaScript ändern
- JSON Konfigurationsdateien aktualisieren
- Log Dateien analysieren
Besonders interessant ist die Extension für Open Source Anwendungen auf IBM i.
Ein Node.js Server speichert beispielsweise seine Konfiguration im IFS. Müssen Anpassungen an einer JSON Datei vorgenommen werden, erfolgt dies direkt in VS Code. Anschließend kann die Anwendung sofort getestet werden.
Auch Webanwendungen profitieren davon. HTML, CSS oder JavaScript Dateien lassen sich bearbeiten, speichern und unmittelbar überprüfen, ohne zwischendurch ACS zu starten.
IBM i Filesystem ersetzt IBM Access Client Solutions zwar nicht vollständig. Für viele tägliche Aufgaben reicht die Extension jedoch aus und verkürzt den Arbeitsablauf deutlich.
Auswirkungen auf bestehende Entwicklungsumgebungen
In unseren Schulungen sehen wir häufig Entwicklungsumgebungen, die über mehrere Jahre gewachsen sind. Neben aktuellen Extensions befinden sich dort oft auch Erweiterungen, die inzwischen nicht mehr gepflegt werden.
Deshalb lohnt sich ein Blick auf die installierten Erweiterungen.
Empfehlenswert ist insbesondere:
- Source Orbit entfernen.
- Project Explorer installieren.
- IBM i Filesystem ergänzen.
- Nicht mehr benötigte Extensions deinstallieren.
- Die Projektstruktur überprüfen.
Dieser Schritt dauert meist nur wenige Minuten. Anschließend steht eine Entwicklungsumgebung zur Verfügung, die dem aktuellen Stand der IBM i Entwicklung entspricht.
Gerade Unternehmen, die mehrere Entwickler beschäftigen, profitieren von einer einheitlichen Konfiguration. Installationen lassen sich einfacher dokumentieren und neue Arbeitsplätze schneller einrichten.
Wer regelmäßig Schulungen besucht oder die Extensions aktuell hält, vermeidet außerdem spätere Umstellungen, wenn Erweiterungen nicht mehr unterstützt werden.

Fazit
Die Änderungen vom Juni 2026 betreffen weniger den Editor selbst, als vielmehr die tägliche Arbeit des IBM i Entwicklers.
Mit Project Explorer steht künftig eine zentrale Extension für Projektverwaltung und DevOps zur Verfügung. Gleichzeitig erweitert IBM i Filesystem Visual Studio Code um Funktionen, die bisher überwiegend mit IBM Access Client Solutions durchgeführt wurden.
Beide Erweiterungen erleichtern den Arbeitsalltag und sorgen dafür, dass viele Aufgaben innerhalb einer einzigen Entwicklungsumgebung erledigt werden können.
Die Inhalte sind bereits Bestandteil der Schulungen EDUVS01 und EDUVS02. Dort richten Sie die aktuelle Entwicklungsumgebung Schritt für Schritt ein und lernen den praktischen Einsatz der neuen Extensions anhand typischer Aufgaben aus dem Entwickleralltag kennen.
Weitere Informationen zu den Schulungen finden Sie unter www.power-education.de.
