IBM Power S1112: Das Wichtigste auf einen Blick

Mit dem IBM Power S1112 erweitert IBM die Power11 Familie um ein System, das gerade für kleinere und mittlere IBM i Umgebungen interessant ist. Der Server steht als Rack und Tower Variante zur Verfügung und richtet sich unter anderem an Unternehmen, die geschäftskritische Anwendungen auf IBM i betreiben, aber kein großes Serversystem benötigen.

IBM positioniert den S1112 als kompaktes Einstiegssystem für IBM i, AIX und Linux. Besonders interessant ist dabei die Kombination aus aktueller Power11 Technologie und dem Software Tier P05 für IBM i. IBM nennt gegenüber einem Power S914 mit vier Kernen eine bis zu doppelt so hohe Performance pro Kern.

Für IBM i Anwender sind vor allem diese Punkte wichtig:

IBM Power S1112: Der kompakte Power11 Server für IBM i im Praxiseinsatz

Der IBM Power S1112 verdient deshalb Aufmerksamkeit, wenn ein Unternehmen beispielsweise einen älteren Power S814 oder S914 ersetzen möchte. Allerdings sollten Sie nicht nur die technischen Leistungsdaten vergleichen. Prüfen Sie zuerst, wie Ihre vorhandene IBM i Umgebung tatsächlich aufgebaut ist und welche Ressourcen Ihre Anwendungen benötigen.

Was bedeutet der IBM Power S1112 für IBM i Anwender?

Bei einem neuen Power System interessiert mich nicht nur, wie schnell der Prozessor arbeitet. Entscheidend ist, was die neue Technik für die tägliche Administration und für vorhandene Anwendungen bedeutet.

Genau hier wird der IBM Power S1112 interessant. IBM begrenzt IBM i auf diesem System auf den P05 Software Tier. Über alle IBM i Partitionen hinweg dürfen maximal vier Kerne und 64 GB Hauptspeicher verwendet werden. Bis zu vier IBM i Partitionen sind möglich. AIX, Linux und VIOS können dagegen verbleibende Prozessor und Speicherressourcen des Servers verwenden.

Auch beim Storage sollten IBM i Administratoren genau hinschauen. Das System unterstützt bis zu 12,8 TB internen NVMe Speicher. IBM i benötigt für den internen Storage jedoch Spiegelung. Dadurch stehen IBM i maximal 6,4 TB nutzbare Kapazität zur Verfügung.

In der Praxis sollten Sie deshalb vor einer Migration folgende Werte aufnehmen:

Damit vergleichen Sie nicht einfach zwei Servermodelle. Sie prüfen, ob Ihre vorhandene IBM i Umgebung technisch und organisatorisch zum S1112 passt.

Praxisbeispiel: Eine bestehende IBM i Umgebung prüfen

Nehmen wir ein typisches Beispiel aus der Praxis. Ein Unternehmen betreibt seine Warenwirtschaft seit vielen Jahren auf IBM i. Der vorhandene Server erfüllt seine Aufgabe zuverlässig, kommt aber langsam in ein Alter, in dem die Verantwortlichen über einen Hardwarewechsel nachdenken.

Bevor Sie den IBM Power S1112 bestellen, sollten Sie die vorhandene Umgebung systematisch analysieren.

Schritt 1: IBM i Version feststellen

Prüfen Sie zuerst Betriebssystem und Release Stand. Für den S1112 nennt IBM aktuell IBM i 7.6 mit Technology Refresh 2, IBM i 7.5 mit Technology Refresh 8 sowie IBM i 7.4 mit dem entsprechenden PTF MJ08663 als unterstützte Stände.

Schritt 2: Ressourcen erfassen

Dokumentieren Sie CPU, Hauptspeicher und Storage. Schauen Sie dabei nicht nur auf konfigurierte Werte. Prüfen Sie die tatsächliche Auslastung während normaler Arbeit und zu Spitzenzeiten.

Schritt 3: Partitionierung betrachten

Nutzen Sie mehrere LPARs, müssen Sie die Besonderheiten des S1112 berücksichtigen. IBM begrenzt die IBM i Nutzung kumuliert auf vier Kerne, 64 GB Hauptspeicher und maximal vier IBM i Partitionen.

Schritt 4: Anwendungen prüfen

Dokumentieren Sie Anwendungen, Schnittstellen, Jobsteuerungen, Druckausgaben und Datenaustausch mit anderen Plattformen.

So entsteht eine belastbare Grundlage für die Migration. Gleichzeitig lernen Administratoren ihre eigene IBM i Umgebung oft noch einmal deutlich besser kennen.

Mehr als ein Hardwarewechsel: Die Umgebung modernisieren

Ein Wechsel auf den IBM Power S1112 bietet eine gute Gelegenheit, nicht nur Hardware auszutauschen. Nutzen Sie das Projekt, um gewachsene Strukturen zu überprüfen.

Viele IBM i Installationen laufen seit Jahren stabil. Genau das ist eine Stärke der Plattform. Gleichzeitig sammeln sich über die Jahre Bibliotheken, Jobs, Benutzerprofile, Berechtigungen und Anwendungen an, deren ursprünglicher Zweck nicht immer sofort erkennbar ist.

Bei einer Migration können Sie deshalb zusätzlich prüfen:

Auch die Partitionierung verdient Aufmerksamkeit. Der S1112 unterstützt Micro Partitioning. Bei IBM i zählt für die Begrenzung auf vier Kerne jedoch die Anzahl der ganzen virtuellen Prozessoren. Fractional Processing Units ändern diese Berechnung nicht. Das sollten Administratoren bereits bei der Planung einer LPAR Struktur berücksichtigen.

Der technische Wechsel und die Weiterbildung der Mitarbeiter gehören deshalb zusammen. Ein aktuelles Power System bringt wenig, wenn im Unternehmen nur einzelne Personen verstehen, wie IBM i Administration, CL, SQL oder moderne Entwicklungswerkzeuge zusammenspielen.

Fazit: IBM Power S1112 und das passende IBM i Wissen

Der IBM Power S1112 bringt aktuelle Power11 Technik in ein kompaktes System. Besonders für Unternehmen mit überschaubaren IBM i Anforderungen kann das Modell interessant sein. IBM bietet sowohl eine Rack als auch eine Tower Ausführung an. Gleichzeitig setzt der P05 Software Tier klare Grenzen für IBM i Ressourcen.

Deshalb empfehle ich, vor einer Entscheidung nicht ausschließlich Prozessorleistung und Hardwarepreise zu vergleichen. Betrachten Sie die gesamte IBM i Umgebung.

Prüfen Sie:

Gerade der letzte Punkt wird bei Hardwareprojekten schnell unterschätzt. Ein neuer Server ersetzt nicht das Wissen über IBM i.

Wenn Mitarbeiter neu in die IBM i Welt einsteigen oder vorhandenes Wissen auffrischen sollen, bietet Power Education beispielsweise das Schulungspaket IBM i an. Dazu gehören unter anderem Operation IBM i, CL Programmierung, SQL für Beginner sowie weitere Kurse für Anwender und Entwickler.

Weitere Informationen finden Sie bei Power Education – Schulungspakete für IBM i.

Wer die neue Hardware mit aktuellem IBM i Wissen verbindet, schafft eine gute Grundlage dafür, die Plattform auch in den kommenden Jahren sicher und effizient zu betreiben.

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