IBM i Druckerschablonen ohne DDS modern einsetzen
Viele IBM i Umgebungen arbeiten noch mit klassischen DDS Druckdateien. Änderungen an Logos, Briefköpfen oder Formularen führen dabei oft zu unnötigem Aufwand in der Entwicklung.
Deutlich einfacher funktioniert es mit einem Overlay über den Druckertreiber im ACS und einer Anpassung des Printerfiles auf IBM i.
In dieser Anleitung zeige ich Ihnen:
• wie Sie ein Overlay über den ACS Druckertreiber erstellen
• wie Sie die Druckerschablone im Windows Druckertreiber hinterlegen
• wie Sie das IBM i Printerfile anpassen
• wie Sie bestehende Spoolfiles weiterverwenden
• wie Sie professionelle Ausdrucke ohne DDS Änderungen erzeugen
Der große Vorteil:
Sie müssen keine DDS Druckdatei ändern.
Das Overlay wird direkt über:
• den Druckertreiber
• das Printerfile
• die Druckerdefinition
eingebunden.
Das spart Zeit und reduziert Eingriffe in bestehende Anwendungen.
Gerade bei:
• Rechnungen
• Lieferscheinen
• Produktionspapieren
• Formularen
ist diese Methode sehr hilfreich.

Voraussetzungen für IBM i Print Overlays mit ACS
Für die Umsetzung benötigen Sie:
• IBM i Access Client Solutions
• einen Windows Druckertreiber
• einen AFP oder PDF fähigen Drucker
• Berechtigung zum Ändern des Printerfiles
• Zugriff auf die Druckerausgabe
Prüfen Sie zuerst:
• welcher Drucker verwendet wird
• welches Output Queue genutzt wird
• ob der Drucker Overlays unterstützt
Die meisten modernen PDF Drucker funktionieren problemlos.
In vielen Projekten verwende ich:
• virtuelle PDF Drucker
• Netzwerkdrucker
• zentrale Printserver
Ricoh AFP Treiber für IBM i Overlays und ACS
Für die Erstellung von IBM i Overlays über ACS benötigen Sie zusätzlich den passenden AFP Druckertreiber von Ricoh.
Wichtig:
Der Treiber steht nicht mehr als öffentlicher Standard Download zur Verfügung. IBM verweist mittlerweile direkt auf das Ricoh Software Portal.
IBM beschreibt diesen Weg unter:
• AFP Printer Driver Update
• Creating AFP Resources Using the AFP Printer Drivers
Der aktuelle Ricoh AFP Treiber heißt:
Ricoh Production Print Solutions AFP Printer Driver for Windows
Der Download erfolgt über einen sogenannten:
No Charge Request
im Ricoh Portal.
Kurzablauf zur Treiberbeschaffung
- IBM Supportseite zum AFP Printer Driver öffnen
- Zum Ricoh Software Portal wechseln
- Kostenlos registrieren oder anmelden
- AFP Printer Driver anfordern
- Signierten Download Link von Ricoh erhalten
Typischer Dateiname:
IPSAFPDrv.exe
Installation des AFP Treibers unter Windows
Die Installation funktioniert unter:
• Windows 10
• Windows 11
• aktuellen ACS Umgebungen
Der grundlegende Ablauf:
- AFP Treiber herunterladen
- Datei entpacken
- Drucker über:
• Drucker hinzufügen
• Lokaler Drucker
• Port FILE:
anlegen - Über:
Datenträger
die Datei:
cwbafp.inf
auswählen
- Als Druckermodell:
Generic Infoprint 300 dpi AFP
verwenden
Danach steht der AFP Druckertreiber für:
• Overlay Erstellung
• AFP Ressourcen
• CRTOVL Verarbeitung
• ACS Formulartechnik
zur Verfügung.
Mein Praxistipp:
Installieren Sie den AFP Drucker immer zuerst lokal als FILE Drucker. Dadurch lassen sich Overlays und AFP Ressourcen deutlich einfacher testen.
Wichtig ist:
Das Overlay wird später nicht im RPG Programm definiert. Die Steuerung erfolgt direkt über das Printerfile.
Dadurch bleiben bestehende Anwendungen unverändert.
Schritt 1 Overlay als Formular erstellen
Erstellen Sie zunächst Ihre Druckerschablone.
Das kann zum Beispiel eine PDF Datei mit:
• Firmenlogo
• Briefkopf
• Tabellen
• festen Texten
• Seitenrahmen
sein.
Achten Sie dabei auf:
• korrektes Seitenformat
• feste Positionen
• ausreichende Ränder
• druckbare Bereiche
Typischer Aufbau:
• Logo oben links
• Firmenadresse oben rechts
• Tabellenbereich mittig
• Fußzeile unten
Speichern Sie die Datei anschließend als:
• PDF
oder
• AFP kompatibles Formular
Mein Praxistipp:
Nutzen Sie zuerst ein einfaches Formular mit wenigen Elementen. Dadurch lassen sich Fehler schneller erkennen.
Schritt 2 Overlay Datei auf IBM i übertragen
Nach der Erstellung übertragen Sie die Overlay Datei auf IBM i.
Das folgende Beispiel zeigt eine typische Umsetzung zum Importieren einer Overlay Datei und zum Erstellen des IBM i Overlays.
CRTPF FILE(UBRTOOLS/CRTOVLUBR) RCDLEN(32766) +
MAXMBRS(*NOMAX) LVLCHK(*NO)
MONMSG MSGID(CPF0000)
CHGVAR VAR(&PC_FLR) VALUE('UBR01')
ENDDO
CPYFRMPCD FROMFLR(&PC_FLR) TOFILE(UBRTOOLS/CRTOVLUBR) +
FROMDOC(&PC_FILE) TOMBR(OVERLAY) +
TRNTBL(*NONE) TRNFMT(*NOTEXT)
CRTOVL OVL(&OUT_OVL_L/&OUT_OVL_F) +
FILE(UBRTOOLS/CRTOVLUBR) MBR(OVERLAY) +
TEXT(&PC_FLR)
Mit diesem Ablauf:
• wird zunächst eine physische Datei erstellt
• anschließend die Overlay Datei vom PC übernommen
• danach das eigentliche IBM i Overlay erzeugt
Besonders wichtig ist dabei der Befehl:
CRTOVL
Dieser erzeugt das verwendbare IBM i Print Overlay.
Schritt 3 Printerfile auf IBM i anpassen
Jetzt erfolgt die eigentliche Steuerung über das Printerfile.
Öffnen Sie das vorhandene Printerfile.
Beispiel:
CHGPRTF FILE(MYLIB/RECHNUNG) +
FRONTOVL(MYLIB/RECHNUNGOVL)
Mit:
FRONTOVL
wird das Overlay vor den eigentlichen Druckdaten ausgegeben.
Alternativ können Sie auch:
BACKOVL
verwenden, wenn das Formular im Hintergrund erscheinen soll.
Weitere wichtige Parameter:
• PAGRTT
• OUTQ
• DEVTYPE
• FNTCHRSET
Prüfen Sie anschließend:
• ob das Printerfile aktiv ist
• ob das richtige Output Queue verwendet wird
• ob der Drucker AFP unterstützt
Der große Vorteil:
Bestehende RPG Programme bleiben unverändert.
Die Drucksteuerung erfolgt ausschließlich über:
• Printerfile
• Druckertreiber
• Overlay Definition
Schritt 3 Printerfile auf IBM i anpassen
Jetzt erfolgt die eigentliche Steuerung über das Printerfile.
Öffnen Sie das vorhandene Printerfile.
Beispiel:
CHGPRTF FILE(MYLIB/RECHNUNG) +
PAGESIZE(66 132) +
FRONTOVL(MYOVERLAY)
Mit FRONTOVL wird das Overlay dem Ausdruck zugeordnet.
Alternativ können Sie auch verwenden:
BACKOVL(MYOVERLAY)
für Hintergrundformulare.
Wichtige Parameter:
• FRONTOVL
• BACKOVL
• PAGRTT
• OUTQ
• DEVTYPE
Prüfen Sie danach:
• ob das Printerfile aktiv ist
• ob das richtige Output Queue verwendet wird
• ob der Drucker das Overlay unterstützt
Der große Vorteil:
Bestehende RPG Programme bleiben unverändert.
Die Drucksteuerung erfolgt ausschließlich über:
• Printerfile
• Druckertreiber
• Druckerausgabe
Schritt 4 Druck testen
Starten Sie jetzt einen Testdruck.
Kontrollieren Sie:
• Positionen
• Seitenränder
• Logo Darstellung
• Schriftgrößen
• Seitenumbrüche
Besonders wichtig:
Das Overlay darf die variablen Daten nicht überdecken.
Typische Fehler:
• falsche Skalierung
• verschobene Ausdrucke
• abgeschnittene Logos
• unterschiedliche Seitenformate
Mein Praxistipp:
Nutzen Sie zuerst PDF Ausgaben. Dadurch erkennen Sie Layoutprobleme schneller als direkt am Drucker.
Prüfen Sie außerdem:
• mehrere Seiten
• unterschiedliche Datenmengen
• verschiedene Drucker
Erweiterte Möglichkeiten mit IBM i Overlays
Sobald die Grundlagen funktionieren, können Sie Ihre Druckprozesse erweitern.
Typische Erweiterungen:
• mehrseitige Formulare
• Wasserzeichen
• Barcodes
• QR Codes
• digitale Archivierung
• PDF Versand per E Mail
Gerade ältere IBM i Anwendungen profitieren stark von dieser Methode.
Sie modernisieren bestehende Druckprozesse ohne:
• DDS Änderungen
• RPG Anpassungen
• große Entwicklungsprojekte
Das reduziert Aufwand und Risiken deutlich.
Besonders hilfreich ist das bei:
• historischen Anwendungen
• Standardsoftware
• Fremdapplikationen
Dort lassen sich Formulare oft nur schwer direkt im Programm ändern.
Fazit
IBM i Overlays lassen sich auch ohne DDS Änderungen sehr effektiv einsetzen.
Die Kombination aus:
• ACS Druckertreiber
• Overlay Formular
• Printerfile Anpassung
ermöglicht professionelle Druckausgaben mit wenig Aufwand.
Sie profitieren von:
• zentraler Formularpflege
• weniger Entwicklungsaufwand
• professionellen Layouts
• schnellen Änderungen
Mein Tipp aus der Praxis:
Beginnen Sie mit einem einzelnen Formular und standardisieren Sie anschließend weitere Druckprozesse Schritt für Schritt.
Eine passende Grundlagen Schulung rund um IBM i Druckausgaben, Printerfiles und RPG Entwicklung finden Sie bei Power Education.
